Was treibt einen adeligen Bankier in die Berge?

Zwar schätzte Cassel die Aufenthalte auf seinem englischen Landsitz sehr, machte auch im Winter sehr gerne Station im französischen Seebad Biarritz, aber ganz freiwillig wäre er wohl nie auf die Idee gekommen, einen Sommer auf einer abgelegenen Alp mitten im Wallis zu verbringen.

Frische Alpenluft als Therapie
Das anstrengende und aufreibende Leben Cassels zwischen seiner beruflichen Tätigkeit und gesellschaftlichen Anlässen hinterliess jedoch seine Spuren: Deutliche Magenprobleme -heute würde man sie wohl auch als «Managerkrankheit» bezeichnen- plagten ihn. So vertraute sich Cassel dem Leibarzt der Königin Victoria, Sir William Broadbent an.

Dieser verordnete Sir Ernest Cassel strikte Ruhe in der frischen und gesunden Bergluft. Da Broadbent ein grosser Freund des Aletschgebietes war, und selbst mit der Famile schon so manchen Sommer dort verbracht hatte, legte er seinem Patienten genau diese Gegend ans Herz.

Die Begeisterung hielt sich in Grenzen
Hätte es nicht ein bekannterer Ort sein können? Ein Ort, der vielleicht ein wenig besser erreichbar gewesen wäre, ein Städtchen, das zumindest den einen oder anderen gewohnten Komfort zu bieten hätte, nebst einem adäquaten Hotel? Begeistert war Sir Ernest Cassel absolut nicht, doch letztlich fügte er sich dem ärztlichen Verdikt seines Freundes und machte sich auf zu dieser Walliser Alp.

Wie hat er nun aufgenommen, was er nach seiner Ankunft vorfand? Wurde aus seiner anfänglichen Abneigung doch noch Begeisterung...?